In Rheinland-Pfalz entsteht viel Neues

Ob die Mietpreisbremse wirkt, lässt sich aber „nur schwer ermitteln“.

  • In Rheinland-Pfalz geht alles in die richtige Richtung: Bevölkerungszahl, Wohnungsbestand und Bautätigkeit sind 2018 gestiegen. Was bedeutet das für die Wohnungsmärkte?

    Bildquelle: ISB; Urheber: Kristina Schäfer

Wohnungsbestand und Bautätigkeit sind 2018 in Rheinland-Pfalz gestiegen. Die Preise fürs Wohnen aber auch. Das geht aus der aktuellen „Wohnungsmarktbeobachtung Rheinland-Pfalz“ hervor, die vom Ministerium der Finanzen und der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz am 21. Oktober 2019 vorgestellt wurden.

„2018 sind in Rheinland-Pfalz rund 13.400 neue Wohnungen entstanden – gut 2.500 mehr als im Jahr zuvor“, erläutert Marcel Hürter, Präsident des Statischen Landesamtes die Zahlen zur Bautätigkeit. Dabei wurden auf Kreisebene mit 1.500 Einheiten im Landkreis Mainz-Bingen und bei den kreisfreien Städten mit rund 1.300 Wohnungen in Mainz am meisten gebaut. Auch die Entwicklung der Baugenehmigungen zeigte 2018 einen stabilen Aufwärtstrend: „Für die Errichtung von Wohnungen in neuen Wohn- und Nichtwohngebäuden wurden insgesamt 14.400 Genehmigungen erteilt, das bedeutet ein Plus von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, führt Hürter weiter aus. Diese positive Entwicklung deute darauf hin, dass auch „in nächster Zeit mit einer verstärkten Neubauaktivität“ zu rechnen sei.

Wohnungsmieten steigen weiter

Gleichwohl geht aus der aktuellen Wohnungsmarktbeobachtung auch hervor, dass sich die Wohnungsmieten in allen Landkreisen und kreisfreien Städten im ersten Halbjahr 2019 weiter erhöht haben – trotz des anhaltend stabilen Aufwärtstrends bei den Baufertigstellungen und -genehmigungen. „Während die Preissteigerung in Landau nahe am Landesdurchschnitt von 3,6 Prozent lag, fiel sie in Mainz mit einem Plus von 2,7 Prozent leicht unterdurchschnittlich und in Trier mit einem Plus von 4,3 Prozent leicht überdurchschnittlich aus“, heißt es dazu in dem aktuellen Bericht zur „Wohnungsmarktbeobachtung Rheinland-Pfalz“. Erwähnenswert ist die Mietpreisentwicklung in diesen drei Städten vor dem Hintergrund, dass in Mainz, Trier und Landau seit 2016 die Mietpreisbremse gilt. Finanz- und Bauministerin, Doris Ahnen, warnte bei der Interpretation der Zahlen jedoch mit Nachdruck davor, voreilig Schlüsse zu ziehen: „Mit aller Vorsicht könnte man in der Mietpreisentwicklung dieser Städte ein Indiz für die Wirkung des Instruments erkennen. Doch, ob dem tatsächlich so ist, lässt sich nur schwer ermitteln.“ Entscheidend sei vielmehr, dass „wir an dem Ziel, jährlich 4.000 geförderte Wohnungen zu schaffen, festhalten“, so die Ministerin. „Das ist zwar ein ambitioniertes Ziel. Doch die Fallzahlen haben sich in den letzten Jahren kontinuierlich nach oben entwickelt. So seien 2018 rund 3.000 Wohnungen mit öffentlichen Mitteln gefördert worden, 2015 waren es noch 1.650. „Wir müssen die Zahlen hochhalten und ich bin guter Dinge, dass wir in diesem Jahr den Wert von 2018 übertreffen“, zeigte sich Ahnen  zuversichtlich. Die Basis dafür werde mit den Förderprogrammen gelegt, die „stetig an die Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt angepasst“ werden.

Zunahme der Fördervolumen im Mietwohnungsbau

Ulrich Dexheimer, Vorstandsprecher der Investitions- und Strukturbank (ISB), zeigte sich ebenfalls optimistisch, dass die bereits guten Förderergebnisse von 2018 im aktuellen Geschäftsjahr noch übertroffen werden können. Zum Stichtag 30.09. verzeichnete die ISB bereits Förderzusagen mit Gesamtvolumen von 171,7 Mio. € bzw. 1.956 Einheiten. „Derzeit haben wir noch etwa 1.000 Anträge in Bearbeitung“, so ISB-Vorstand Dexheimer. Auffällig sei, dass es „viele neue Anträge im Mietwohnungsbau“ gebe. Während 2018 in diesem Segment 719 Einheiten mit einem Gesamtvolumen von 47,7 Mio. € gefördert wurden, waren es Ende September 2019 bereits 645 Wohnungen bzw. 39,1 Mio. €. Dexheimer führte die positive Entwicklung im Mietwohnungsbau unter anderem auf die Kooperationsvereinbarungen zurück. Dabei schließt das Land Rheinland-Pfalz mit Kommunen, die einen besonderen Wohnungsbedarf aufweisen, eine Vereinbarung darüber, wie viele Wohnungen bis 2021 jeweils gefördert werden. Die Kommunen erhalten dafür entsprechende finanzielle Unterstützung. Fünf Kommunen haben von diesem neuen Förderinstrument bereits Gebrauch gemacht. Seit dem 18. Oktober zählt auch Ludwigshafen dazu.

Alle Bilder: ISB/Kristina Schäfer