Wie gut sind Shoppingcenter in Rheinland-Pfalz?

Der SCPR will darauf eine Antwort geben. Sie ist dünn.

  • Das Shoppincenter Römerpassage in Mainz zählt auf 10.000 qm rund 35 Shops. Doch nur vier Mieter haben an der Online-Befragung teilgenommen - zu wenige für eine Bewertung im „SCPR 2019“.

    ©cubatur-Foto; Urheber: Kristina Schäfer

Wer fragt, bekommt auch eine Antwort. Könnte man meinen. Die Beteiligung der Mieter am „Shoppingcenter Performance Report 2019 (SCPR)“ fällt durchwachsen aus. Eine Erklärung dafür gibt es nicht. Auch nicht vom Initiator.

Seit 2011 werden in Deutschland die Mieter in den 400 Einkaufszentren, die mehr als 10.000 m2 zur Vermietung anbieten, von der ecostra GmbH dazu eingeladen, am der Online-Befragung für den „Shoppingcenter Performance Report (SCPR)“ teilzunehmen. Die Ergebnisse werden sodann in der Immobilien Zeitung und der Textilwirtschaft veröffentlicht. Die Idee: Mieter der Shops bewerten nach dem Schulnotensystem ihre Zufriedenheit mit der Umsatzleistung am jeweiligen Standort. Mitmachen dürfen deshalb nur die Shop-Betreiber, die in „mindestens drei der 400 deutschen Einkaufszentren“ vertreten sind. Wer also nur ein Ladengeschäft führt, zahlt dafür zwar Miete, ist aber von der Teilnahme ausgeschlossen. Damit ein Einkaufszentrum überhaupt im Ranking des „SCPR“ aufgeführt werden kann, müssen mindestens fünf Mieter des Centers ihr Urteil abgegeben haben. Von den 400 in Frage kommenden Einkaufstempel trifft das in 239 Fällen zu.

Schwache Beteiligung, keine Antworten

Nach Angaben des Initiators haben sich in diesem Jahr 108 Filialunternehmen aus Handel, Dienstleistung und Gastronomie und damit „so viele wie noch nie“ an der Befragung beteiligt. Schaut man sich die Nennungen allerdings en détail an, fällt auf, dass die Platzierungen in den meisten Fällen auf einem schwachen Fundament basieren. Ausgehend von der Anzahl der Shops in einem Einkaufszentrum, haben in Rheinland-Pfalz nur in einem Fall mehr als 20 Prozent der Mieter die wirtschaftliche Lage an ihrem Standort beurteilt. Bei der Mehrzahl blieb die Teilnahmequote deutlich darunter. Die abgegebenen Bewertungen zeichnen kein gutes Stimmungsbild. Mit Ausnahme des Rathaus-Centers in Ludwigshafen und der Trier Galerie in Trier, die sich beide Platz 86 teilen, rangieren alle übrigen Center im letzten Drittel des Rankings (Platz 186: Forum Mittelrhein / Platz 203: Löhr-Center / Platz 220: K in Lautern / Platz 221: Kaiser-Passage / Platz 228: Rhein-Galerie). Die Nachfrage bei ecostra, welche Aussagekraft die Bewertung eines Centers hat, wenn nur fünf Mieter an der Befragung teilgenommen haben, blieb bis dato unbeantwortet.

„Shoppingcenter Performance Report 2019“

Über Besucherzahlen, Mietminderungen und Magnetmieter

60,5 Prozent der Mieter berichten von sinkenden oder sogar stark sinkenden Besucherzahlen. 76,1 Prozent haben deshalb die Mieten nachverhandelt und 25,3 Prozent von ihnen nach eigenen Angaben Mietminderungen von mehr als 20 Prozent rausgeholt. Als den wichtigsten Magnetmieter für Einkaufszentren sehen die SCPR-Teilnehmer Edeka, dm und Rewe, die als Grundversorger für regelmäßige Kundenbesuche sorgen. Erst auf Platz neun findet sich das Textildiscounter Primark wieder, das bei seinem Markteintritt in Deutschland 2009 von vielen
Shoppingcenterbetreibern noch als der große Heilsbringer für frequenzschwache Malls umworben wurde. Interessantere Mode-Nachbarn als Primark sind aus Mietersicht Zara (Platz 5), H&M (7) und P&C (8).

Der „Shoppingcenter Performance Report 2019“ umfasst 150 Seiten und kostet 450,- € (netto).