Mainz liefert neuen qualifizierten Mietspiegel

Die Wohnungsmieten im Bestand entwickeln sich unterschiedlich.

  • Mainz gehört zu den ersten Kommunen in Deutschland, die regelmäßig mit einem qualifizierten Mietspiegel die ortsüblichen Vergleichsmieten abbilden. Das Instrument findet sowohl bei Mietern als auch Vermietern eine hohe Akzeptanz. Das trägt zur Stärkung der Rechtssicherheit und des Rechtsfriedens in der Stadt bei, hält aber das Ansteigen der Wohnungsmieten nicht auf.

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Mainz zählt innerhalb der Region FrankfurtRheinMain zu den begehrten, aber auch teuren Wohnorten. Der Nachfragedruck auf dem Wohnungsmarkt lässt – trotz Neubau – die Mietpreise steigen. Auch das Wohnen im Bestand verteuert sich. Allerdings nicht für alle Baualtersklassen gleichermaßen.

Das Wohnen zur Miete ist in Mainz seit der letzten Vollerhebung für den qualifizierten Mietspiegel abermals teurer geworden: Rein rechnerisch müssten Wohnungsmieter im frei finanzierten Wohnungsbestand im Schnitt 7,72 €/m2 bezahlen. Gegenüber dem mathematischen Vergleichswert von 2015 wäre das innerhalb von vier Jahren ein Anstieg um ein Euro bzw. etwa 14 Prozent. Doch so einfach ist es nicht. Eine nähere Betrachtung der insgesamt sieben Baualtersklassen ergibt ein deutlich differenziertes Bild: „Man erkennt beispielsweise, dass Modernisierungen in der Baualtersklasse 1969 inzwischen zu einer größeren Ausdifferenzierung der Mietpreise führen“, so Thorsten Hühn, Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung von F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH, die für die Stadt die Vollerhebung durchgeführt hat. Auch dass Mietwohnungen in der Baualtersklasse 1970 bis 1980 im Schnitt um 17 Prozent und damit am stärksten zugelegt haben, lässt sich theoretisch aus dem neuen qualifizierten Mietspiegel für die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt ablesen, der am 21. November 2019 im Sozialausschuss präsentiert wird. Auffällig ist, dass bezogen auf das Merkmal „Wohnungsgröße“ die Preissteigerungen in der Kategorie „ab 80 m2 mit knapp 25 Prozent am höchsten ausfielen. Zwar seien die genannten Durchschnittswerte „rein fiktiv“ und nicht Einzelfallbezogen, betont Hühn. Doch die Grundtendenz sei erkennbar: „Der Druck auf den Markt ist in den letzten Jahren größer geworden.“

Angebotsmieten steigen weiter, das Blasenrisiko ebenfalls

Auch die Auswertung der aktuellen Wohnungsangebote lässt nicht erkennen, dass sich ein Ende der Mietpreissteigerungen abzeichnet. Wie die regelmäßige Marktanalyse der empirica ag verdeutlicht, verteuerten sich die Mietwohnungsangebote in der Region FrankfurtRheinMain auch im dritten Quartal (siehe dazu Tabellen). Vergleicht man die Auswertungen mit dem 1. Quartal 2019 verteuerten sich in Mainz die Angebotsmieten im Wohnungsneubau innerhalb von neun Monaten um rund 2,4 Prozent (vgl. hierzu Beitrag „Läuft Mainz heiß?“). Im selben Zeitraum stiegen die Angebotsmieten in Darmstadt um rund 3,6 Prozent und liegen damit über dem Mainzer Level.

Qualifizierter Mietspiegel 2019

Der neue Mietspiegel soll am 18. Dezember 2019 vom Mainzer Stadtrat verabschiedet werden und wird zum Jahresende auf den Internetseiten der Stadt abrufbar sein. Die Basis bildet eine repräsentative Befragung , für die insgesamt 2.968 verwertbare Interviews mit Mietern und Vermietern durchgeführt worden sind.