„Innen vor Außen“ zeigt Wirkung

Oberbürgermeister Thomas Hirsch hält nichts von Baugeboten.

  • „Innen vor Außen“ zeigt Wirkung: Die Zahl der Baulücken hat sich in Landau in den vergangenen acht Jahren mehr als halbiert.

    Bildquelle: Stadt Landau in der Pfalz

Das Beratungsangebot des städtischen Bauamts in Landau zeigt Wirkung: Etliche Baulücken konnten geschlossen werden. Das reicht allerdings nicht. Denn der Zuzug in die Universitätsstadt hält an. Der Masterplan ist in Arbeit.

Die Zahl der Baulücken in der Stadt Landau hat sich in den zurückliegenden acht Jahren von rund 420 auf 173 mehr als halbiert. Von den 173 noch bestehenden Baulücken befinden sich rund 80 Prozent in den Stadtdörfern und knapp 20 Prozent in der Kernstadt. Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Baulückenabfrage, die das städtische Bauamt 2019 durchgeführt hat und deren Auswertung im Dezember vorgestellt wurde.

Potentiale aktivieren

Um die Potentiale in den Stadtdörfern zu aktivieren, hat die Stadt eine Strategie entwickelt, mit der die gewachsenen Dorfkerne attraktiver gestaltet und belebt werden sollen. Dazu werden innerörtliche Grundstücke zusammengelegt, baufällige Gebäude abgerissen und leerstehende Objekte saniert. Parallel dazu erhofft sich die Stadt, mit öffentlichen Investitionen wie zum Beispiel dem Ausbau der Arzheimer Hauptstraße – „einen Rahmen zu schaffen, der private Bautätigkeiten im unmittelbaren Umfeld anregen soll.“

Konversionsprojekte voranbringen

Oberbürgermeister Thomas Hirsch begrüßt die positiven Ergebnisse der aktuellen Baulückenabfrage, die aufzeigen, dass die Innenentwicklung in Landau unverändert Priorität genießt. „Baugebote und damit der Zwang, bebaubare Grundstücke zu entwickeln, wie beispielsweise in Tübingen soll es in Landau aber nicht geben“, kündigt Oberbürgermeister Thomas Hirsch an. Stattdessen werden bauwillige Grundstückseigentümer durch das städtische Bauamt intensiv beraten und unterstützt. Die Stadt will beim Thema Innenentwicklung die Aktivierung der letzten Konversionsflächen wie etwa den ehemaligen Rangierbahnhof, den Siedlungsbereich im Süden Queichheims in Angriff nehmen.

Sechs Flächen im Entwurf des neuen FNPs, darunter Teile der geplanten Siedlungserweiterung im Südwesten und das Neubaugebiet in Nußdorf, bleiben vorerst weiß – sie widersprechen, rein formal, dem noch gültigen Regionalplan, dessen Teilfortschreibung sich um rund zwei Jahre verzögert. Die Stadt Landau ist aber bereits mit der SGD Süd und dem Verband Region Rhein-Neckar übereingekommen, dass diese Wohnbauflächen in die Teilfortschreibung integriert werden. Bildquelle: Stadt Landau in der Pfalz

Außenentwicklung unvermeidlich

Nichtsdestotrotz kommt Landau nicht umhin, auch Siedlungsarrondierungen und Außenentwicklungsmaßnahmen zu entwickeln und planerisch vorzubereiten. Denn nur so könne man der hohen Wohnraumnachfrage „besser und schneller gerecht werden“, heißt es aus dem Baudezernat. Zwischen 2011 bis 2017 legte die Bevölkerung um 6,5 Prozent zu und belegte damit im Vergleich der kreisfreien Städte in Rheinland-Pfalz nach Mainz den zweiten Platz. Der Wachstumstrend wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen, allerdings in abgeschwächter Form. Nach den jüngsten Berechnungen des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz kann die Universitätsstadt in der Pfalz bis 2040 nochmal 3,5 Prozent Einwohner hinzugewinnen.

Neuer Flächennutzungsplan auf der Zielgeraden

Um für den anhaltenden Zuzug gewappnet zu sein, hat die Stadt Landau einen neuen Flächennutzungsplan erarbeitet. Der Entwurf des FNP 2030 wird derzeit in den städtischen Gremien und im Februar 2020 in der letzter Instanz im Stadtrat beraten. Im Anschluss haben Behörden und die Öffentlichkeit erneut die Möglichkeit, sich im Rahmen der Offenlage zu beteiligen. „Der FNP spiegelt alle Entscheidungen, die stadtpolitisch getroffen werden, wider und stellt so gewissermaßen den «Masterplan der Stadtentwicklung» für das kommende Jahrzehnt dar“, fasst der OB zusammen. Niederschlag im Planentwurf fänden unter anderem die Themen Wohnungsbau mit der Siedlungsentwicklung im Südwesten und der Ausweisung von Neubaugebieten in den Stadtdörfern, Stadtklima, Klimaschutz und Klimaanpassung, Mobilität, gewerbliche Entwicklung und soziale Infrastruktur. Eine der wichtigsten Erkenntnisse des fertigen Planentwurfs: „Der FNP 2030, wie er jetzt vorliegt, zeichnet sich durch eine flächensparende Siedlungsentwicklung aus“, ist Landaus Stadtchef überzeugt. „Die SGD Süd als Planungsbehörde gibt uns vor, dass 28 Hektar an zusätzlicher Wohnbaufläche ausgewiesen werden dürfen – hiervon nehmen wir lediglich 18 Hektar in Anspruch.“ Möglich werde dies vor allem durch einen verdichteten Städtebau, der den für die weitere Stadtentwicklung dringend benötigten Wohnraum auf geringer Fläche realisiere, so Hirsch.