Immobilienstandort Mainz könnte mehr

Projektentwicklern fehlen Grundstücke / Investoren fehlen Projekte

  • ©cubatur-Grafik; Bildquelle: Unsplash/rawpixel

Für Projektentwickler und Investoren ist der Immobilienstandort Mainz „aktuell sehr attraktiv“. Es gibt jedoch Engpässe: Die einen würden gerne bauen und suchen das passende Grundstück. Die anderen würden gerne investieren und suchen nach passenden Angeboten. Trotz der Angebotsknappheit gehen sie mehrheitlich davon aus, dass „die Bedeutung des Immobilienstandortes zukünftig noch zunehmen“ wird. Gewerbemakler erwarten einen moderaten Anstieg der Büromieten und trauen dem Markt mehr spekulative Büroprojekte zu. Das ergab die Auswertung einer aktuellen Branchenumfrage für das erste Standortbarometer zum Mainzer Immobilienmarkt, die vom cubatur Verlag im Februar 2019 unter ausgewählten Marktteilnehmern durchgeführt wurde.*

Viele gute Gründe sprechen für Immobilieninvestments in Mainz. Aus Sicht der Investoren stechen unter drei Auswahlmöglichkeiten zwei besonders hervor: „das Rendite-Risiko-Profil“ und „die Lage in dem polyzentrischen Wirtschaftsraum FrankfurtRheinMain“. Die Antwort „Produktverfügbarkeit“ wurde von keinem Investor ausgewählt. Aus gutem Grund. Denn ausnahmslos alle Investoren gaben an, in Mainz Immobilieninvestments zu planen, wenn sie denn das passende Angebot finden. Und genau daran hapert es. Zwei Drittel bewerten die Angebotssituation für einen Immobilienstandort dieser Kategorie mit „ausreichend“. Keiner gab an, sie sei „gut“. Ein Drittel bezeichnete die Situation sogar als „ungenügend“.

©cubatur-Grafik 2019

Grundstücksverfügbarkeit ist ein Schwachpunkt

Auch bei den Bauträgern bzw. Projektentwicklern ist der Wunsch, neue Bauprojekte zu initiieren groß. Alle würden gerne bauen, brauchen dafür aber das passende Grundstück. Und auch das ist ein Schwachpunkt des Immobilienstandortes Mainz: Rund 28 Prozent bewerten die Angebotssituation mit „gut, es gibt Verfügbarkeiten für alle Nutzungsarten“. 28 Prozent teilen diese Einschätzung nicht, denn sie sind der Auffassung: „es gibt überwiegend Grundstücke für den Wohnungsbau“. Über 40 Prozent geben sogar an „die Grundstücksverfügbarkeit in Mainz ist generell unzureichend“.

Bei der Bearbeitungszeit von Bauanträgen kann Mainz hingegen Boden gut machen: 14 Prozent geben an, dass der Bauantrag in drei Monaten bearbeitet wurde. Rund 57 Prozent gaben an, dass ihre Bauanträge innerhalb von drei bis sechs Monaten bearbeitet würden. Bei 28 Prozent dauerte es länger als sechs Monate.

©cubatur-Grafik 2019

Unterschiedliche Erwartungen an die Büroflächennachfrage

Unter den Gewerbemaklern herrscht Zuversicht. Alle gaben an, 2018 sei ein „gutes Geschäftsjahr“ gewesen. Zwei Drittel gehen davon aus, dass sich ihre Geschäftslage innerhalb der nächsten sechs Monate „weiter verbessern“, ein Drittel schätzt, dass sie „etwa gleich bleiben“ wird. Bei der Einschätzung zur Büroflächennachfrage in Mainz lässt sich kein eindeutiger Trend ausmachen: Ein Drittel geht davon aus, dass die Nachfrage zunehmen wird, vor allem nach kleineren Büroeinheiten. Ein Drittel erwartet, dass die Nachfrage „etwa gleich“ bleibt und ein Drittel, rechnet mit einer abnehmenden Nachfrage. Die Frage, nach der derzeitigen Angebotssituation auf dem Mainzer Büroimmobilienmarkt, wird eindeutiger beantwortet: Ein Drittel gibt an, dass „Nutzer ein differenziertes Büroflächenangebot (Bestand/Neubau) vorfinden“ und sich genügend Büroneubauprojekte in der Pipeline befinden. Eine Mehrheit von zwei Dritteln findet, „es könnte mehr spekulativ gebaut werden“. Auch bei der Frage nach der Erwartung, wie sich die Preise für Büromieten in diesem Jahr entwickeln werden, fällt das Ergebnis unmissverständlich aus: Zwei Drittel gehen davon aus, dass die Büromieten „ moderat steigen“ werden, ein Drittel rechnet damit, dass sie „auf dem erreichten Niveau verharren“.

©cubatur-Grafik 2019

Standortbarometer als Indikator

Aus den Rückmeldungen lassen sich Anhaltspunkte für den Grad der Attraktivität des Immobilienstandortes ableiten, aber auch die Herausforderungen formulieren, die gelöst werden müssen. Um Veränderungen am Immobilienstandort frühzeitig zu erkennen, soll die Befragung deshalb halbjährlich wiederholt werden. Mainz ist damit die erste Stadt in Deutschland mit einem Immobilien-Standortbarometer, das Chancen wie Risiken abbildet.

*Insgesamt 50 Teilnehmer waren vom cubatur Verlag persönlich zur Teilnahme an der Befragung eingeladen worden. Zum Kreis der Befragten zählten „Bauträger/Developer“ (Anteil 47 %), Investoren (Anteil 24 %) und Gewerbemakler (Anteil 29 %). Die Rücklaufquote innerhalb der vorgegebenen Frist betrug 26 Prozent.