„Findet mich“ ist das Thema

Nur Stellenanzeigen schalten reicht nicht mehr.

  • Fachkräfte sind wie Stecknadeln im Heuhaufen. Die Frage ist: In welchem muss man nach Ihnen suchen?

    ©cubatur-Grafik; Bildquelle: Unsplash/Adam Wilson

Unternehmen, die gute Fachkräfte suchen, müssen neue Wege beschreiten, um sie zu finden. Denn gute Leute bewerben sich nicht mehr. Sie wollen gefunden werden. Arbeitgeber müssen wissen wie und wo.

95 Prozent der Arbeitgeber haben mittlerweile Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung, ermittelte das Institute for Competitive Recruiting (ICR), Heidelberg. Auch in der Bau- und Immobilienwirtschaft wird der Wettbewerb um gute Mitarbeiter immer schärfer. Der anhaltende Bauboom sorgt zwar für volle Auftragsbücher, hat aber eine Schattenseite. Es fehlt an Fachkräften, mit denen die Projekte realisiert bzw. die Aufträge auch abgearbeitet werden können. „Wir haben derzeit einen echten Arbeitsmarkt. Für Arbeitgeber wird es deshalb immer wichtiger, sich zu positionieren“, mahnte Personalexperte Martin Peusser beim Informationsabend „Fachkräfte finden“, der von der Architektenkammer Rheinland-Pfalz zusammen mit der AS Architekten-Service GmbH, Wiesbaden, initiiert wurde. Knapp 120 Tage dauert es im Schnitt, bis eine Stelle im Bereich „Bau und Gebäudetechnik“ derzeit neu besetzt werden kann. Peusser, Inhaber des Dieburger Beratungsunternehmens Personalrezepte, geht davon aus, dass die Personalsuche in Zukunft noch schwieriger und sich der Fachkräftemangel noch weiter verstärken wird. „Nur Recruiting wird den Arbeitgebern in Zukunft nicht mehr helfen.“ Bereits heute müsse das Unternehmen bzw. der Arbeitgeber zum Kandidaten kommen und nicht umgekehrt. Wer auf der Suche nach Fachkräften sei, müsse heute neben einer gut durchdachten Anzeigenkampagne in den einschlägigen Medien, Plattformen und Job-Portalen zusätzlich aktiv werden. Zum empfohlenen Maßnahmenmix zählen beispielsweise:

  • Die Implementierung eines „Karrierebereichs/Karriereportal“ auf der Homepage, aus dem klar und deutlich hervorgeht, warum man ein attraktiver Arbeitgeber ist. Kurze Videos, in denen Mitarbeiter skizzieren, warum sie sich für diesen Arbeitgeber entschieden haben, können auf die Glaubwürdigkeit und die Authentizität der Unternehmensdarstellung einzahlen und den Effekt des „Employer Brandings“ erhöhen.

  • Active Sourcing“ – ist das Gebot der Stunde. Immer mehr Unternehmen begeben sich selbst aktiv auf die Suche nach geeigneten Mitarbeitern. Die Suche erfolgt nach einem zuvor definierten Anforderungsprofil unter anderem in den sozialen Netzwerken wie XING, LinkedIn, Facebook etc. Studien belegen: Je professioneller dabei vorgegangen wird, desto größer ist der Erfolg, aus der Menge den passenden Kandidaten für die vakante Position zu identifizieren.

  • Der Besuch bzw. die Teilnahme an Karrieremessen und Recruiting Tagen zum Beispiel vom VDI oder der Expo Real.

„Wer darauf verzichtet, sichtbar zu sein, hat den Wettbewerb um Fachkräfte bereits verloren“, mahnt Martin Peusser. Es gebe zwar nicht die eine Methode, die für alles und jeden passe, entscheidend sei jedoch, „überhaupt aktiv zu werden“. Dabei kann auch Kreativität nicht schaden, wie die Aktion „Pizza Digitale“ der Werbeagentur Scholz & Friends veranschaulicht.

  • TIPP!

Am 20.03.2019 widmet sich das Zentrum Baukultur Rheinland-Pfalz dem Thema „Fachkräfte binden – integrieren – weiterentwickeln“. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Zur Anmeldung geht’s hier.